Ich lese heute in der FR-online.de von einem Maschinenbaustudenten, der die Welt nicht mehr versteht: Warum nur immer dieses destruktive Verhalten in der Einstellungspolitik vieler potenzieller Arbeitgeber?
Der Orginaltext lautet: “Ich schreibe gerade die letzten Klausuren in Maschinenbau. Im nächsten Jahr will ich dann meine Diplomarbeit schreiben, am liebsten extern in der Fahrzeugindustrie. Ich forsche zum sogenannten “Packaging”, also darüber, wie die einzelnen Dinge am Auto verteilt sind, wie die Karosserie auszusehen hat, ob der Motor vorne oder hinten sitzen sollte und wie ich ein optimales Raumgefühl in meiner Autoklasse zum Beispiel über die Einstellung der Sitze erreiche. Bislang habe ich es aber echt schwer damit, ein Unternehmen zu finden, das meine Diplomarbeit betreut. Obwohl die Technische Universität hier in Aachen europaweit renommiert ist und bislang die meisten Diplomanden locker zwischen Firmen auswählen konnten, ist es jetzt in der Krise deutlich schwieriger geworden, Verbindungen zu knüpfen. Ich habe auf einer Firmenkontaktmesse fünf oder sechs Firmen angesprochen; sie waren alle zögerlich und haben gesagt, sie müssten erst einmal die wirtschaftliche Entwicklung abwarten, bevor sie Jobs besetzen könnten. Jetzt werde ich meine Suche noch auf die Nutzfahrzeugbranche und auf Ingenieurdienstleister ausweiten. Ganz wechseln möchte ich die Branche aber nicht. Ich bin der festen Überzeugung, dass es sich gerade um kurzfristige Panikreaktionen handelt und dass früher oder später die Automobilbranche wieder viele Entwickler braucht. Allein schon, um die neuen Normen der EU für ihre Karosserien umzusetzen.”
Wie sehen Sie das: Sollten Firmen eher antizyklisch auch in Ihrer Einstellungspolitik agieren? Was ist Ihre Meinung dazu?
Heute Morgen las ich richtig? Die These von Wolfgang Münchau in der heutigen FTD: Deutschlands wichtigste Industriezweige haben ihren Zenit überschritten. Es ist Zeit, sich neu zu orientieren!
Da schossen mir Gespräche mit Klienten aus dem Maschinenbau durch den Kopf. Neulich sagte einer beispielsweise: „Herr Zimmermann, der Q7 von Audi, was soll das sein: Innovation? Mitnichten! Das ist nur eine riesen Verpackung und Spritschleuder, sonst nichts.”
Ich fuhr dann nach Hause und hatte Zeit, über das Gespräch nachzudenken. Ich erinnerte mich an das Buch von Malik „Systemisches Management, Evolution, Selbstorganisation”. Mein Kernfazit aus diesem hervorragenden Werk war: Unsere Führungseliten sind nicht ausgebildet und vorbereitet auf die komplexen Herausforderungen der Zukunft. Sie versuchen, komplexe Probleme mit einfachsten alten Methoden von vorvorgestern zu lösen. Motto: Das hat damals auch schon funktioniert. Gestern sah ich dann im BR3 einen Fernsehbericht und als Experten für die Finanzkrise Herrn Rürup.
Ich weiss nicht, wie es den Lesern geht, aber ich versuche schon seit einiger Zeit als Freiberufler das Thema „Rürup-Rente” zu verstehen. Ich habe es aufgegeben. Unmöglich zu verstehen! Vielleicht hat das Ganze ja auch nur Methode, was ich natürlich eher befürchte. Aber zurück zum Thema.
Und gestern hatte ich dann wieder diesen Eindruck: Die Patentrezepte von gestern. Interessant war beispielsweise ein Kommentar eines Diskussionsteilnehmers, der anmerkte „…das die USA darüber nachdenken, den Dollar in seiner bisherigen Form abzuschaffen!”. Die Reaktion war interessant. Niemand – auch der Experte Rürup – gingen darauf ein. Natürlich nicht. Völlig neues Terrain. Sollen sich andere doch die Finger verbrennen. Da stehe ich lieber auf der Seite von Herrn Münchau. Es ist Zeit, Regelbrüche zu thematisieren. Nächste Woche werde ich genau das mit Klienten aus dem Maschinenbau machen. Beispielsweise: Wo liegt die Zukunft für den deutschen Maschinenbau? Welche Märkte sind das? Lassen Sie uns darüber gemeinsam hier nachdenken! Lassen Sie uns die momentane Zeit der Verunsicherung als Chance nutzen. Jetzt!
Im Internet – WELT ONLINE – stoße ich gerade auf folgende interessante Zeilen: Der deutsche Maschinenbau wird sein hohes Wachstumstempo einbüßen, bleibt aber dennoch eine Vorzeigebranche für die Exportnation Deutschland. Die Unternehmensberatung McKinsey kommt in der Studie „Deutschland 2020″, die WELT ONLINE exklusiv vorliegt, zu dem Schluss, dass der Maschinenbau bis 2020 ein jährliches Wachstum von 1,7 bis 2,9 Prozent erreichen kann. Aktuell: 101 Stimmen 1,7 Prozent, falls Deutschlands Bruttoinlandsprodukt, wie McKinsey in einem „Basisszenario” annimmt, um 1,7 Prozent wächst. 2,9 Prozent, falls das BIP in einem „Chancenszenario” um drei Prozent wächst. Damit würde sich das Wachstum der in den vergangenen Jahren überaus erfolgreichen Branche abschwächen. Den ganzen Beitrag lesen »