Archiv für das Tag 'Ethik'

Das fragte ich mich die Tage während eines Coaching im Maschinenbau-Vertrieb. In der Mittagspause kamen wir in Mölln an einem sogenannten Schandpfahl vorbei.

Dabei dachte ich an meine Erfahrungen mit dem Telefonterror von 1&1. Völlig abgenervt machte ich meinem Ärger bei XING Luft. Erstaunlich, wer sich alles dazu meldete – mit gleichen oder zumindest ähnlichen Erfahrungen.

Offensichtlich ist man da bei 1&1 dem Shareholder Value Wahn verfallen. Ich kann schon gar nicht mehr zählen, wie oft ich geäußerte habe, zur Telekom zurückgegangen zu sein. Und das ich absolut zufrieden bin. Das scheint 1&1 noch mehr anzustacheln, nun wie nach der Eieruhr zu nerven. Mit meinem Blackberry werde ich nun wohl auch umziehen, denn wer will schon mit einem Anbieter und solchen Machenschaften zu tun haben. Da wirkt Herr Davis von 1&1 echt schräg. Selbst das Anmailen über XING an den Vorstand (!) brachte null Reaktion. Da heißt es dann einfach: Tschüss!

Am letzten Urlaubstag stand der Besuch der Dokumentations- und Gedenkstätte in der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt des Staatssicherheitsdienstes in Rostock an. Zugegeben, das Thema passt hier nicht unbedingt her. Geht es hier doch um B2B. Aber vielleicht doch: Ethik im Machen? Das wäre doch eine sinnhafte Verbindung. Nach dem Motto „Lasst Bilder sprechen!“ kommen hier einige bewegende Fotos, die meine Gefühle an diesem Tag gut zum Ausdruck bringen. Separat habe ich dazu noch eine Befragung bei XING zum Thema „Unrechtsstaat DDR“ gestartet. Erstaunlich für mich war, wie man zu dem Thema Stasi & Co. welche Sichtweisen haben kann. Gut. Es gibt die Wahrheit nicht. Dennoch las ich einige Stellungnahmen, die ich persönlich kaum oder gar nicht nachvollziehen kann. Für mich steht fest, mit meinen Kindern zu gegebener Zeit diesen Ort erneut aufzusuchen. Ich denke, hier sollte jeder sich sein eigenen Bild machen.

War die Telekom damals auch schon da?

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Kennen wir den nicht? Herr Kaiser…?

Der Abschluss des Tages war der Abstecher über Warnemünde. Toll, was da einem als Wasserrate geboten wurde. Kurz: Fabelhaft.

Lars Zimmermann

Zeit zur Besinnung haben – wunderbar!

Heute war so ein Tag, von denen ich gerne mehr hätte. Es begann mit einem guten Buch im Sonnenschein namens “Vorwärts und vergessen”.  Kurz: Es geht um Kader, Spitzel und Komplizen. Das gefährliche Erbe der SED-Diktatur. Vieles, was ich las, war neu und wichtig zu wissen.

So war mir völlig unbekannt, das Willy Brandt einer der Urheber der “Zentralen Erfassungsstellen der Landesjustizverwaltungen” mit Sitz in Salzgitter war. Also genau der Stadt, in der ich nun mit meiner Familie seit 4 Jahren lebe. Drei Jahrzehnte wurden hier alle verfügbaren Informationen über Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der DDR festgehalten.

Noch nicht ganz durch mit dem Buch, bekomme ich gerade eine Mail mit der Predigt von Prof. Dr. Max Otte auf dem deutschen evangelischen Kirchentag in Bremen am 22. Mai 2009. Diese Predigt ist sehr zeitaktuell und bringt vieles Gesellschaftliche auf den Punkt: Stichwort Ethik. Denke man in diesem Zusammenhang an die Bestechungsgeschichten bei Siemens, MAN & Co. Aber Lesen Sie selbst. Was meinen Sie zu dieser Predigt? Was können Unternehmen und Unternehmer nun daraus lernen?

Klicken Sie hier predigtkirchentag2009 !

In der neuen Cicero 07/08 lese ich gerade das Interview mit dem Lebensmittelchemiker Udo Pollmer. Wer kennt ihn nicht? Ist er schließlich einer der bekanntesten Kritiker von verbreiteten Ernährungsmythen.

Aber lesen Sie selbst.

Udo Pollmer ist einer der bekanntesten Kritiker von verbreiteten Ernährungsmythen. Der studierte Lebensmittelchemiker war Lehrbeauftragter für Haushalts- und Ernährungswissenschaften an der Fachhochschule Kassel und der Universität Oldenburg. Pollmer ist seit 1995 Wissenschaftlicher Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften e.V. (EU.L.E.). Bekannt wurde Pollmer als Wissenschaftsjournalist und wortgewandter Kritiker von Lebensmittelindustrie, Gesundheitsaposteln, Ernährungsberatern und Diätbefürwortern. Er verfasste zahlreiche Bestseller, darunter das Lexikon der Ernährungsirrtümer, und ist ein gefragter Gast in Fernseh- und Hörfunksendungen.

Wie wird man Ernährungskritiker?
Pollmer: Das verdanke ich meiner Ausbildung zum Lebensmittelchemiker. Im Studium wurde uns allen Ernstes erzählt, Schadstoffe seien verboten, die bräuchten wir nun wirklich nicht mehr zu lernen. Das war vor 30 Jahren. Heute leben die Kollegen davon, dass sie jene Rückstände messen, die man damals für belanglos hielt. Als mir dann noch ein Schlachthofveterinär – mit der Begründung, als angehender Lebensmittelchemiker sei man ja befugt, das zu erfahren – im Detail gezeigt hat, warum die Arzneimittel-Kontrollen beim Fleisch systematisch ins Leere laufen, ist bei mir der Groschen gefallen. Das wundersame Verschwinden der Rückstände hing beispielsweise damit zusammen, dass der Gesetzgeber Nachweismethoden vorschrieb, mit denen man nichts finden konnte.

Wachsendes Misstrauen gegen staatliche Kontrollen und Machenschaften der Industrie war also Ihr Erweckungserlebnis?
Pollmer: Noch nicht einmal. Es war nur eine ganz natürliche Neugierde und die Einsicht, dass man nicht nur uns Studenten für dumm verkauft hat, sondern dass dies auch im weiteren Berufsweg so bleiben würde. Daraus entstand mein erstes Buch Iss und stirb, das 1982 erschien. Es kam genau zur rechten Zeit, damals begann in Deutschland die Diskussion um Schadstoffe in der Nahrung. Die war längst überfällig.

Wie reagierte die Lebensmittelwirtschaft darauf?
Pollmer: Heftig. Ich war bald der Lieblingsfeind der Branche, insbesondere der Agrar- und Fleischwirtschaft. Erst kam die Phase des Abstreitens von Problemen und des Rechtfertigens der Missstände. Es dauerte, bis sich etwas änderte. Aber nicht aus Einsicht, sondern durch die Gesetze der Biologie: Die alte Garde begann abzutreten, eine neue Generation übernahm das Ruder. Zudem hatte Tschernobyl tiefe Spuren im Bewusstsein der Bevölkerung hinterlassen. Mit der Katastrophe hatten die Experten ihren Heiligenschein eingebüßt. Früher genügte es, wenn sie mit ernster Miene versicherten, »keine Gefahr«. Nun galt der Spruch als Verharmlosung und weckte erst recht Misstrauen.

Hier das komplette Interview.

Ich frage mich nun: Was kann die B2B-Branche daraus lernen? Was meinen Sie dazu?