Archiv für das Tag 'Authentizität'

Während der Osterzeit trieb es mich mit Familie nach Stralsund. Ein wunderbarer Ort, sehr sehenswert. Während ich durch die Stadt schlenderte, blieb ich vor einem Fenster der Targobank stehen. Warum? Waren das nicht die Kandidaten, die ihre Bank – bei der Bankenkrise damals 2007/8 - fast in die Pleite geführt hätten, hätte der Steuerzahler sie nicht gerettet?

Citibank, das waren doch die, die 2008 an die Franzosen verscherbelt wurden? Befasst man sich mit dem Ursprung dieser Bank von 1915 und den Werten und der Mission, frage ich mich gerade, ob die Manager im Größenwahn das je interessiert hat. Da steht nämlich Interessantes drin. Das gibt Orientierung und Bodenständigkeit im finanziellen Turbowahnsinn.

Nun stehe ich da vorm Fenster und bin baff erstaunt, wie man Kunden so mir nichts dir nichts auf eine andere Fährte lockt. Und ich frage mich dabei: Welche Werte stecken denn nun in der Unternehmensphilosophie dahinter? Glaubwürdig? Ich habe keinen guten Eindruck, auch wenn Werder Bremen dafür Reklame läuft.

Voller Elan und Freude fuhr ich am Freitag nach Hamburg, um am Event Marketing on Stage „Emotionale Kundenbindung im B2B – Mythos oder Erfolgskonzept?” teilzunehmen.

Kurz zusammengefasst: Prof. Gey ist eine Reise wert – Tiefgang und Entertainment pur. Hilti war auch ein Bringer und der Abschluss mit dem Still-Musical sollte man gesehen haben. Alle anderen Beiträge waren eine absolute Enttäuschung von A bis Z. Wirklich nichts, was dem Titel und der Erwartung entsprach. Doch was lerne ich als kommunikationsoptimierer.de daraus? Vielleicht eines: Selbst große Brands müssen authentisch immer wieder aufs Neue mit Leben gefüllt werden. Da zeigten sich bei einigen Auftritten doch erhebliche Diskrepanzen im Ausfüllen großer Schuhgrößen.

Ich bin mir sicher: Wenn ich als kommunikationsoptimierer.de eine dermaßen schlechte Performance ohne weltweit bekannte Brands ablegen würde, würde mit Recht das Publikum singen: „Du kannst nach Hause gehen, Du kannst nach Hause gehen…!“

Andererseits macht es auch Mut zu wissen, dass der kommunikationsoptimierer.de mit seiner Art und Authentizität von Vorträgen immer eine Bereicherung für B2B-Vertriebsthemen ist.  Allerdings auch dort speziell für Menschen, denen Tamtam weniger wichtig ist als vielmehr Tiefgang und Praxisrelevanz – natürlich auch mit einem unterhaltsamen Schuss Entertainment. Und da steht ja in 2011 einiges wieder an.

Lars Zimmermann

Klienten kommen zu Wort!

Erfahren Sie ungeschminkt und authentisch, wie Klienten die Zusammenarbeit mit dem kommunikationsoptimierer.de persönlich erleben. Unter “Klienten kommen zu Wort” – links zum Anklicken auf der Website http://www.kommunikationsoptimierer.de/klienten-kommen-zu-wort.html - erleben Sie interessante Menschen, die etwas mitzuteilen haben. Bleiben Sie neugierig!

Kurz vor dem Urlaub brennt mir noch ein Thema unter den Nägeln. Am 10. Juli bewegte mich der Artikel “Verloren im Web 2.0” in der FTD. Warum? Ein kurzes Zitat: “In Deutschland ist eine Politikergeneration an der Macht, die damit kokettiert, nicht zu wissen, wie der PC angeht. Da ist es kein Wunder, dass die Internetauftritte nicht internationalen Standards genügen.” Das sagt zumindest Falk Lüke, Co-Autor jenes Artikels.

Aus der eigenen Beratertätigkeit weiß ich, dass es natürlich immer um Authentizität geht. Also um das persönliche “Vorleben”. Das spüren die Menschen sofort. Motto: Was er sagt, das macht er auch – selbst! Das hat mich dazu bewogen, mich im virtuellen Bundestag zu bewegen. Podcasts sind ja in aller Munde. Doch wie sieht es mit dem substanziellen Wert aus? Was erfährt man als Bürger zwischen den Zeilen, was man bisher nicht wusste? Oder kurz: Wer hat was – wirklich – mitzuteilen, was Mehrwert hat, was einem zum Nachdenken anregt? Machen Sie selber mal den Check!

In der neuen Cicero 07/08 lese ich gerade das Interview mit dem Lebensmittelchemiker Udo Pollmer. Wer kennt ihn nicht? Ist er schließlich einer der bekanntesten Kritiker von verbreiteten Ernährungsmythen.

Aber lesen Sie selbst.

Udo Pollmer ist einer der bekanntesten Kritiker von verbreiteten Ernährungsmythen. Der studierte Lebensmittelchemiker war Lehrbeauftragter für Haushalts- und Ernährungswissenschaften an der Fachhochschule Kassel und der Universität Oldenburg. Pollmer ist seit 1995 Wissenschaftlicher Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften e.V. (EU.L.E.). Bekannt wurde Pollmer als Wissenschaftsjournalist und wortgewandter Kritiker von Lebensmittelindustrie, Gesundheitsaposteln, Ernährungsberatern und Diätbefürwortern. Er verfasste zahlreiche Bestseller, darunter das Lexikon der Ernährungsirrtümer, und ist ein gefragter Gast in Fernseh- und Hörfunksendungen.

Wie wird man Ernährungskritiker?
Pollmer: Das verdanke ich meiner Ausbildung zum Lebensmittelchemiker. Im Studium wurde uns allen Ernstes erzählt, Schadstoffe seien verboten, die bräuchten wir nun wirklich nicht mehr zu lernen. Das war vor 30 Jahren. Heute leben die Kollegen davon, dass sie jene Rückstände messen, die man damals für belanglos hielt. Als mir dann noch ein Schlachthofveterinär – mit der Begründung, als angehender Lebensmittelchemiker sei man ja befugt, das zu erfahren – im Detail gezeigt hat, warum die Arzneimittel-Kontrollen beim Fleisch systematisch ins Leere laufen, ist bei mir der Groschen gefallen. Das wundersame Verschwinden der Rückstände hing beispielsweise damit zusammen, dass der Gesetzgeber Nachweismethoden vorschrieb, mit denen man nichts finden konnte.

Wachsendes Misstrauen gegen staatliche Kontrollen und Machenschaften der Industrie war also Ihr Erweckungserlebnis?
Pollmer: Noch nicht einmal. Es war nur eine ganz natürliche Neugierde und die Einsicht, dass man nicht nur uns Studenten für dumm verkauft hat, sondern dass dies auch im weiteren Berufsweg so bleiben würde. Daraus entstand mein erstes Buch Iss und stirb, das 1982 erschien. Es kam genau zur rechten Zeit, damals begann in Deutschland die Diskussion um Schadstoffe in der Nahrung. Die war längst überfällig.

Wie reagierte die Lebensmittelwirtschaft darauf?
Pollmer: Heftig. Ich war bald der Lieblingsfeind der Branche, insbesondere der Agrar- und Fleischwirtschaft. Erst kam die Phase des Abstreitens von Problemen und des Rechtfertigens der Missstände. Es dauerte, bis sich etwas änderte. Aber nicht aus Einsicht, sondern durch die Gesetze der Biologie: Die alte Garde begann abzutreten, eine neue Generation übernahm das Ruder. Zudem hatte Tschernobyl tiefe Spuren im Bewusstsein der Bevölkerung hinterlassen. Mit der Katastrophe hatten die Experten ihren Heiligenschein eingebüßt. Früher genügte es, wenn sie mit ernster Miene versicherten, »keine Gefahr«. Nun galt der Spruch als Verharmlosung und weckte erst recht Misstrauen.

Hier das komplette Interview.

Ich frage mich nun: Was kann die B2B-Branche daraus lernen? Was meinen Sie dazu?