Die Welt Online stellt heute eine Meinungsumfrage vor, die 2009 näher beleuchtet. Der Maschinenbau scheint absehbar nicht extrem negativ in der Weiterentwicklung betroffen zu sein. Welt Online schreibt:
“Die weltweite Konjunkturkrise dürfte 2009 in Deutschland zu einem deutlichen Beschäftigungsrückgang führen. Dies belegt die alljährliche Umfrage der WELT unter den elf wichtigsten Branchen der deutschen Wirtschaft. Demnach plant kein einziger Wirtschaftszweig einen nennenswerten Jobaufbau, aber gleich fünf Branchen erwarten, dass es in den nächsten zwölf Monaten wegen der wirtschaftlichen Schwäche und geringer Nachfrage zu Stellenstreichungen kommen wird. Besonders hart wird dies die Autoindustrie mit ihren Zulieferbranchen treffen. Schon jetzt kommt es hier zur Produktionsunterbrechungen, Personalabbau und Kurzarbeit.
Viele Verbände befürchten, dass sich die Krise auf weitere Branchen ausbreiten wird. “Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise drückt nun auch der Konjunktur in Deutschland ihren Stempel auf”, so Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). “Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich deutlich eingetrübt, und auch dem neuen Jahr blicken viele Branchen mit Sorgen entgegen.”
Lediglich die Pharma- und Elektrobranche erwarten im neuen Jahr ein Wachstumsplus. Fünf von elf Branchen rechnen hingegen 2009 mit einem spürbaren Wachstumseinbruch – zwei Wirtschaftszweige gehen von einer Stagnation aus. Nach mehreren Boomjahren droht der Bundesrepublik damit eine merkliche Schrumpfung ihrer Wirtschaftsleistung. Die Stahlindustrie und der Handel gaben keine Prognosen ab. “Die wirtschaftliche Lage ist noch zu unsicher”, heißt es bei der Wirtschaftsvereinigung Stahl (WVS). Die Verbände der Pharmaindustrie und der Elektrobranche hoffen indes auf ein Umsatzplus von zwei bis 2,5 Prozent. Einmal mehr erweist sich der Gesundheitssektor als der Bereich, der am wenigsten von Schwankungen der Konjunktur betroffen ist.
Andere Wirtschaftszweige hingegen sind skeptischer und reagieren bereits mit Sparmaßnahmen auf die sich abzeichnenden Rezessionstendenzen. Die BASF etwa legt vorübergehend bis zu 80 Anlagen weltweit still, die Autohersteller verlängerten kurzerhand die Betriebsferien und trennten sich von Leiharbeitern. Bei den Stahlkonzernen, wie ThyssenKrupp und Salzgitter, werden Investitionen verschoben und gar die Möglichkeit von umfassender Kurzarbeit ausgelotet.
Der Konjunktureinbruch hat aber auch schon 2008 Spuren bei den Beschäftigtenzahlen hinterlassen – vor allem bei den Leiharbeitern kam es teilweise bereits zu massiven Kürzungen. Die Stammbelegschaften konnten dagegen weitgehend stabil gehalten werden. Ob die Beschäftigtenzahlen aber auch im neuen Jahr konstant gehalten werden können, ist gerade in der Automobilwirtschaft und den Zulieferindustrien zweifelhaft. Ein Personalabbau könne, “je nach Verlauf der Marktnachfrage, nicht generell und für alle Unternehmen ausgeschlossen werden”, heißt es beim Branchenverband VDA. Andere Industriezweige, wie etwa der Maschinenbau, hoffen hingegen auf eine weitere Steigerung der Beschäftigtenzahlen. Schon 2008 konnten die Maschinenbauer die Zahl der Arbeitsplätze um 46 000 erhöhen und damit fast 990 000 Mitarbeiter beschäftigen.
Um sich auf die drohende tiefe Rezession einzustellen, werden augenscheinlich viele Firmen auf Investitionen verzichten. Fünf von neun Branchen erwarten, dass die Investitionsbereitschaft im neuen Bilanzjahr sinken wird. In der Bauindustrie etwa wollen 32 Prozent aller befragten Firmen die Investitionen kappen, lediglich neun Prozent planen höhere Aufwendungen. Gekürzt werden dürfte dabei vor allem bei Erweiterungsinvestitionen. Vorrangiges Ziel sei es, die vorhandene Substanz zu erhalten, verlautet es etwa aus der Stahlindustrie. Nur in Einzelfällen könnte es auch zu Neuinvestitionen kommen, die zur Ausweitung der Produktionskapazitäten genutzt werden.
Auch wenn sich derzeit noch kein Verbandsvertreter darauf festlegen will, wie lange die wirtschaftliche Schwächephase voraussichtlich andauern wird, hoffen doch viele, dass die Auftragspolster einen harten Aufprall verhindern werden. Gerade in den Industriebranchen reichen die gefüllten Orderbücher oftmals noch bis weit ins zweite Halbjahr. Dies gilt beispielsweise auch für das Bauhauptgewerbe. Erst dann würden sich die Folgen der Krise auch in der Produktion bemerkbar machen, so Heiko Stiepelmann vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie. Sollte sich die wirtschaftliche Lage in den nächsten Monaten allerdings weiter verschlechtern, dann bieten auch die Auftragspolster keinen wirksamen Schutz mehr. Denn neue Aufträge kommen am Bau derzeit nur zögerlich herein. So könnten die Auswirkungen der Rezession die deutsche Bauwirtschaft möglicherweise erst im Jahr 2010 in aller Härte treffen.”