25.03.2008
Die Welt mag Kapitalisten nicht, mochte sie nie, aber die Welt braucht sie!?
Die Ostertage waren dieses Jahr für mich ein Hort der Ruhe und Besinnung. Einfach mal Luft holen und viel lesen. So auch das Politmagazin “Cicero 04/08″. Mich zog der berühmte Tellerrand in seinen Bann. Warum? Ich las folgende Zeilen: Die Welt mag Kapitalisten nicht, mochte sie nie, aber die Welt braucht sie. Topmanager großer Konzerne, die eigentlich Angestellte sind, sich aber benehmen wie die Herren der Welt, Hedgefonds, von denen niemand genau weiß, wer und was sich hinter ihren Milliardenwerten verbirgt, haben scheinbar die Macht übernommen. Aber die alten Kapitalisten sind zäh. Sie gewinnen Terrain zurück, rascher und gründlicher als sie selber ahnten. Wenn VW den schwedischen Lastwagenbauer Scania übernimmt, ist das ein Familiengeschäft. Im Hintergrund stehen die Besitzerclans von Porsche und demnächst VW, die Piechs und Porsches. Verkäufer sind die schwedischen Wallenbergs. Old Economy is back. Das hat gute, sehr gute Gründe.
Erst die Kapitalisten geben dem anonymen Kapital Gesicht. Sie können notfalls haftbar gemacht werden. Eigenes Geld ist im Spiel. Damit geht man sorgsam um. Arcelor Mittal, der größte Stahlproduzent, wird von den indischen Mittals beherrscht. Adecco, der größte Arbeitsvermittler, gehört mehrheitlich der deutschen Familie Jacobs, Microsoft, Würth, Roche, Ford, Peugeot, Google: Die große Mehrzahl aller Firmen wird von Familien dominiert. Business Week fand heraus: Firmen, bei denen die Gründer oder ihre Familien sich eine starke Position bewahrt haben, behaupten sich am Markt entschieden besser als ihre managementgeführten Konkurrenten. Sie erzielen bessere Kapitalrenditen, ihre jährliche Gewinnsteigerung ist doppelt so hoch. Kapitalisten sind letztlich die verlässlicheren Counterparts von Arbeitnehmern und Politikern als die immer hoffnungsloser von Börsenkursen gehetzten Lohnmanager. Man sollte sie wieder mehr schätzen lernen, die Kapitalisten. Aber nur die echten. Wir brauchen sie noch.
Nun interessieren mich – ich vermute, Sie wissen schon - Ihre Sichtweise. Wie denken Sie über Unternehmer- und Managertum? Wo liegt in “etwa” die Wahrheit?


